Deutschland sucht das Supermedienprojekt

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Das 2. Semester hat begonnen und so ist es nun meine erste Aufgabe, als Mitglied einer Jury eine Medienproduktion - genauer gesagt ein Online-Learning-Tool - des 16-Jährigen Thomas Würthinger zu beurteilen. Dabei handelt es sich um ein Tutorial, das dem geneigten Lernenden die Programmiersprache “Gamescript” beibringen soll.

Wie ist nun mein erster Eindruck?

Spontan denke ich: “Wow, für einen 16-Jährigen ein wirklich sehr aufgeräumt anmutendes Tutorial.” Er gibt beispielsweise gleich zu Beginn die Zielgruppe seines Tutorials an, was den Eindruck erweckt, dass er sich darüber im Vorfeld Gedanken gemacht hat. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass er bei der Eingrenzung seiner Zielgruppe etwas zaghaft vorgegangen ist. Er beschreibt Sie als “alle, die noch keine Vorkenntnisse in JavaScript, Java, C, C++ ODER C# haben.” Spontan würde ich mich somit auch dazu zählen. Allerdings merkt man schon beim 1. Schritt des Tutorials, dass man zumindest geringfügige Programmierkenntnisse haben sollte, denn Begriffe wie “Quellcode” oder “Operanten” sollten nicht Neuland sein.

Sehr gut gefällt mir, dass der Lernende nach jeder Einheit die Möglichkeit hat, sein Wissen gleich zu überprüfen, indem er eine Aufgabe erhält und  erste Programmierschritte ausführen kann, zu denen er gleich ein Feedback erhält: Grün = “Es funktioniert!”, Orange = “Es ist ein Fehler aufgetreten!”

Ob dieses Programm geeignet ist, einem Lernwilligen die Programmiersprache beizubringen, hängt davon ab, ob dieser anschließend wirklich in der Lage ist, Gamescript anzuwenden. Ich persönlich hatte nicht die ausreichende Geduld, geschweige denn die Kenntnisse, mich vollständig durch das Tutorial zu kämpfen.

Qualitativ hochwertig?

Aber kann ich denn eigentlich die didaktische Qualität dieses Angebots aus mediendidaktischer Sicht feststellen? Und wenn ja, anhand welcher Kriterien? Das oben Beschriebene war ja nur meine rein subjektive Beurteilung. Objektive Kriterien habe ich nicht angelegt.

Hierzu gibt es laut dem Studienbrief von Prof. Kerres zwei Positionen:

1. “Bildungsmedien lassen sich anhand von Kriterien identifizieren. Diese Kriterien sollten auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und Anforderungen der Praxis festgelegt werden. Zudem sollen sie von (mehreren) erfahrenen Experten in einem definierten Testverfahren geprüft werden.”

Diese Position stellt er infrage, denn häufig würden zu sehr die dinglichen Qualitäten eines Mediums beachtet, unbeachtet vom entsprechenden Bildungsanliegen oder -problem.

2. “Die Qualität eines Bildungsmediums lässt sich nicht an Merkmalen des Mediums selbst feststellen, sondern nur in dem kommunikativen Zusammenhang, in dem das Medium Verwendung findet.”

In dieser Position wird deutlich, dass die Situation den Wert eines Mediums bestimmt, nicht das Medium selbst. Durch das Medium soll in dem bestimmten Bildungsanliegen ein Prozess angeregt werden, der hilft, das Bildungsproblem zu lösen.

Was bedeutet das?

Allzu häufig geschieht das, was auch ich oben versucht habe: Ein Bildungsmedium wurde ex post facto, also im Nachhinein, untersucht und bewertet, losgelöst von der bestimmten Bildungssituation, für die es geplant wurde. Es ist unklar, in welchem Kontext Thomas Würthinger sein Onlinetutorial erstellt hat. Vielleicht hatte er bereits im Rahmen eines Informatikunterrichts verschiedene Scriptsprachen gelernt und sollte nun ein Tutorial erstellen, das seinen Mitschülern - ebenfalls auf dem gleichen Bildungsstand wie er - die Sprache Gamescript nahebringt. Vielleicht waren alle Mitschüler nach Durcharbeiten seines Tutorials in der Lage mit Gamescript zu programmieren. In diesem Fall wäre das Konzept didaktisch hochwertig.

Der Tag, an dem aus intrinischer Motivation extrinsische wurde

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Morgen ist es also soweit. Die erste Klausur im Rahmen meines Educational Media Studiums steht an. Soweit, so gut.
Die letzten Tage bestanden aus Ritualen, die ich seit - mal überlegen - fast 8 Jahren nicht mehr kannte: Aufstehen, duschen, Hund lüften, frühstücken, Tee kochen und dann: ab an den Schreibtisch zum Lernen.
Um ehrlich zu sein, hatte ich mir das alles etwas einfacher vorgestellt, schließlich mussten wir im Tiermedizinstudium pauken, was das Zeug hielt. Aber ich musste feststellen: Das ist alles schon eine Weile her. Und das, was ich damals einfach so hingenommen habe (7 Tage für Pharmakologie = 7 Tage Begriffe pauken, bis nix mehr geht) fällt mir heute extrem schwer, davon abgesehen, dass ich dazu keine Lust mehr habe.
Schließlich habe ich gelernt, dass das alles träges Wissen ist, hereingebimst durch Oberflächenstrategien - Pfui Deiwel. Nix da. Damit ist Schluss! Daher bleibt mir am heutigen Abend nur noch ein Stoßgebet an unsere Tutoren und Aufgabensteller: Bitte keine Definitionen!

Ich hoffe, dass mein Flehen erhört wird. Und von meiner in einem meiner ersten Einträge formulierten intrinsischen Motivation ist heute abend nicht mehr viel zu spüren. Nun gehts nur noch darum, das Ganze irgendwie zu bestehen. Ich bin gespannt. Morgenabend sieht die Welt hoffentlich ganz anders aus :-)

Advent, Advent

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So Ihr Lieben, damit Ihr Euch am 1. Advent etwas erheitern könnt.

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Serious Games - are you serious?

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food-force_1Serious Games - klingt erstmal paradox, da Spiele doch in erster Linie Spaß machen sollen. Wir werden allerdings sehen, dass Spiele durchaus einen “ernsten” Charakter haben und trotzdem Spaß machen können.

Als Beispiel werde ich hier das Spiel Food Force erläutern. Food Force ist ein kostenloses Spiel für Kinder zwischen 8 und 13  Jahren, angeboten vom UN-Welternährungsprogramm (WFP). Ziel des Spiels ist es, die tägliche Arbeit des WFP zu erläutern. Hierzu dient das Szenario einer Hungernot in der fiktiven Region Sheylan im indischen Ozean.

Es müssen insgesamt 6 Missionen erfüllt werden, die von der Zählung der zu versorgenden Bevölkerung, der Zusammenstellung von Nahrungsmittellieferungen, dem Kauf und der Logistik beim Versand der Nahrungsmittel bis hin zu nachhaltigen Wiederaufbau von Dörfern reichen. Erläutert werden die verschiedenen Missionen durch kurze Video-Animationen, die das nötige Hintergrundwissen liefern.

Interessant ist es, zu analysieren, wie mithilfe dieses Spiels Lern- und Spielinhalte verknüpft werden.

food-force_2In der ersten Mission geht es darum, die zu versorgende Bevölkerung abzuschätzen. Hierzu wird mithilfe der Maus ein Helikopter navigiert, der aus der Vogelperspektive fiktive Menschen durch einen Suchscheinwerfer einfangen und dadurch zählen soll. Hierbei werden in meinen Augen die Reaktionsfähigkeit und die Hand-Augen-Koordination geschult. Gleichzeitig erfährt der Spielende, dass das Zählen der Bevölkerung ein erster Schritt ist.

3_food_force_4In der zweiten Mission soll der Spielende eine sinnvolle Nahrungsmittelration zusammenstellen, indem er die Menge verschiedener Zutaten (Reis, Zucker, Bohnen, Öl, Salz) sinnvoll kombiniert. Hierbei erfährt man gleichzeitig, welchen ernährungsphysiologischen Nutzen die verschiedenen Komponenten haben und muss zudem die Kosten für die Ration im Auge behalten. Lerninhalte werden hier didaktisch sinnvoll in eine Spielsituation eingebettet.

food_force_3Mission 3 enspricht dann wieder dem spielerischen Element, bei dem weniger das Wissen im Vordergrund steht. Die Essensrationen müssen über dem Katastrofengebiet abgeworfen werden. Hierzu muss der Spieler mit möglichst kurzer Reaktionszeit die Vorräte laden und sie dann - unter Berücksichtigung der Windgeschwindigkeit - aus dem Flugzeug abwerfen. Auch hier stehen die Reaktionsfähigkeit und die Hand-Augen-Koordination im Vordergrund. Sehr schön ist hierbei das sofortige Feedback, wodurch der Spieler erfährt, ob er alles richtig gemacht hat.

In Mission 4 werden die Zutaten für LKW-Ladungen (Mission 5) auf der Welt “eingekauft”. Hierzu muss der Spieler zum einen die Kosten und auch die Zusammensetzung der Rationen berücksichtigen. In einer Art Puzzle, werden die Rationen zusammengestellt und währenddessen immer wieder Audiokommentare zu den Entscheidungen des Spielers gegeben.

food_force_11Anschließend (Mission 5) werden die Nahrungsvorräte im Land per LKW verteilt. Hierbei erfährt der Spieler zunächst, unter welchen Voraussetzungen eine solche Verteilung erst möglich wird (Waffenstillstand). Der Konvoi wird dazu durch die Landschaft per Maus navigiert und gerät immer wieder in Situationen, die spontan gemeistert werden müssen: sei es eine zerstörte Brücke, die wie ein Puzzle wieder zusammengebaut werden muss, oder die Begegnung mit Rebellen, bei denen man per Multiple-Choice angemessene Antworten auf die Fragen der Rebellen auswählen muss. Hier wird der Spieler geschult, möglichst neutrale Antworten zu geben.

food_force_5In der letzten Mission geht es um die Nachhaltigkeit der Hilfe. Es sollen sinnvoll Hilfsgüter verteilt werden, um ein Dorf wieder aufzubauen, damit es sich nach einiger Zeit wieder selbst versorgen kann. Der Spielende lernt hier - mithilfe von Kommentaren während der Mission - in welche Projekte (u.a. Schulen, Weiterbildung, HIV-Prävention  etc.) er sinnvoll investiert und welche Konsequenzen es hat. Dazu verteilt er per Drag-and-Drop Hilfsgüter an die verschiedenen Projekte. Motiviert wird der Spieler dadurch, dass das Dorf nach und nach aufgebaut wird und er zudem eine Information über den Zufriedenheitsgrad der Bevölkerung erhält.

Fazit: Food Force ist in meinen Augen eine gelungene Kombination aus Wissensvermittlung und Spielspaß. Der leichte und einfach zu verstehende Einstieg in das Spiel vereinfacht Kindern den Zugang zu einer eigentlich sehr komplexen Materie. Und selbst ich, die ich ja eigentlich nicht mehr in die Zielgruppe falle, hatte viel Spaß zu puzzlen, Menschen zu zählen und Pakete über Krisengebieten abzuwerfen.

Bei Dir pipet’s wohl!

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Bis vor einigen Tagen noch hatte ich noch nie von Pipes gehört - genauer gesagt Yahoo! Pipes. So ganz auf den ersten Blick wollte sich der Nutzen mir auch nicht gleich erschließen, aber wie bei so vielen Dingen: Wenn man es erstmal ausprobiert, kriegt man Lust auf mehr.

Pipes ist ein Tool, mit dem man Webinhalte ganz nach seinem Gusto zusammenstellen, filtern und wieder “ausspucken” kann. Im ersten Moment dachte ich: “Ah, das ist sowas wie ein Feeder.” Aber nein, Pipes ist besser, denn es kann filtern. Ich habe also die Möglichkeit verschiedene RSS-Feeds erst einmal zu sammeln und dann  zum Beispiel nach verschiedenen Stichworten zu filtern, sodass ich nicht mit Dingen zugeschüttet werden, die mich nicht interessieren. Individualisierte Informationen sozusagen. Nachdem ich das begriffen habe, habe ich mich gleich an meine erste eigene Pipe gesetzt.

Erstmal fiel es mir schwer, ein Thema zu finden, das sich für eine Pipe eignet, denn leider bieten nicht alle Webseiten z.B. einen RSS-Feed an. Und einfach nur Webseiten zu durchsuchen funktioniert - meiner Erfahrung nach - nicht so einfach. Ich kam damit zumindest auf keinen grünen Zweig. Zwar kann man mithilfe von Google oder Yahoo das Netz durchsuchen und die Ergebnisse filtern, landet dann aber immer nur auf den Startseiten und wenn das gesuchte Stichwort in einer Tag-Wolke am Rand auftaucht, spuckt Pipe mir diese Seite aus, obwohl sie eigentlich wertlos ist.

Dann aber habe ich ein Thema gefunden, das sich als geeignet herausstellte. Ich habe eine Pipe erstellt, mit deren Hilfe man aus den RSS-Feeds diverser Kochrezeptseiten ein Rezept seiner Wahl heraussuchen lassen kann. Und da ich mich derzeit fleischlos ernähre, werden die Rezepte rausgefiltert, die die Begriffe “Fleisch”, “Wurst”, “Schinken” oder “Speck” enthalten. Sicher noch keine Pipe-Glanzleistung, aber mich hat es sehr gefreut, was dort zum Vorschein kam. Wen es interessiert, der kann die Pipe hier ausprobieren.

Pipe hat wirklich Lust auf mehr gemacht, leider sind die Erläuterungen zu den einzelnen Möglichkeiten des Tools sehr knapp, sodass ich das Gefühl habe, das Pipe viel mehr kann, ich es selbst aber nicht erschließen kann. Schade, aber vielleicht finde ich ja noch das eine oder andere raus.

Meine erste Lerneinheit mit eXe

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Nun ist es also soweit. Ich habe meine erste eigene Lerneinheit zusammengestellt. Hierzu habe mich für den Editor eXe entschieden. Wichtiges Kriterium war für mich dabei, dass er Open Source und somit kostenlos verfügbar ist. Zum anderen durfte er von mir keine großen Glanzstücke in Sachen HTML abverlangen.

Nachdem ich den Editor installiert hatte, habe ich beschlossen, keine Anleitungen zu wälzen, sondern mich Learning-by-doing gleich ans Werk zu machen. Denn das sollte der Editor auch sein: intuitiv und ohne viel Vorkenntnis zu bedienen. Es stellte sich heraus, dass eXe in dieser Hinsicht ein optimales Einsteiger-Modell war, denn ohne große Probleme konnte ich erste Seiten erstellen.

Dabei bietet eXe die Möglichkeit, freie Textseiten zu gestalten, Multiple-Choice-Fragen (auch mit Mehrfachantwort) zu integrieren und auch Lückentexte zu erstellen. Ohne Probleme ließen sich auch externe Webseiten oder Youtube-Videos einbetten, direkte Links zu Wikis erstellen und eine Bildergalerie gestalten. Schön ist auch die Möglichkeit, Bilder mit einer Lupenfunktion zu versehen, denn gerade im naturwissenschaftlichen Bereich könnte ich mir gut vorstellen, dass dies ein nützliches Zusatzfeature ist.

Da ich bei der Arbeit mit dem Editor blutiger Anfänger war, habe ich keine Funktionen vermisst, sondern war eher überrascht, wie einfach alles einzubetten ist. Und auch der Export als Webseite klappte problemlos (da stellte mich BSCW vor größere Herausforderungen beim Upload ;-)). Daher kann ich den Editor eXe jedem Anfänger nur empfehlen. Es macht einfach Spaß, so problemlos seine ersten Schritte zu gehen.

Der 5/9-Takt - Zeit zurückzublicken

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Nun haben wir schon 4 Takte hinter uns gelassen und der 5. Takt des Studiums ist heute abend auch so gut wie abgeschlossen. Eine gute Gelegenheit einmal die Erfahrungen mit den verschiedenen Kommunikationstools revuepassieren zu lassen.
Zugegeben: Zu Beginn des Studiums waren viele der Tools für mich sehr neu. Dementsprechend war die Neugier auf etwas Neues sehr groß: täglich wurden Foreneinträge getätigt, in Skype gechattet oder per Video-Telefonie die einen oder anderen (privaten) Dinge ausgetauscht. Aber wie so oft wird aus dem Neuen schnell etwas Gewohntes, sodass die verschiedenen Tools nun eher sehr gezielt eingesetzt werden.
Unsere hauptsächlich eingesetzten Tools waren bisher das Forum und Connect, beides sehr unterschiedliche Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren, da das eine eher mit den Problemen der Asynchronität und das andere eher mit den Problemen der Synchronität zu kämpfen hat.

Das Forum

Zunächst einmal zu meinen Erfahrungen mit dem Forum, das wir zur Bearbeitung der letzten Gruppenaufgabe nutzen sollten:
Sehr schnell fand sich jemand, der den Diskussionsstrang angelegt hat, ein erster Schritt, um die Diskussion in Gang zu bringen. Dann hatten wir im Rahmen unserer Connecttreffen meist schon festgelegt, welche Struktur die Posts haben sollten, um das Zusammenfassen am Ende zu vereinfachen. Allerdings empfand ich persönlich es als sehr mühsam, mithilfe eines Forums zu diskutieren. Denn meist folgten die Antworten auf ein Thema erst 2-3 Posts (und oft auch Tage) nach dem Ursprungspost, sodass man meist mühsam zusammensuchen musste, ob Antworten auf die eigenen Posts gegeben wurden. Vorteilhaft war dabei die Möglichkeit, Textpassagen aus dem Ursprungspost kopieren zu können. Das Problem der “Reduced social Cues” konnte meist sehr gut durch Emoticons ausgeglichen werden, sodass die Zusammenarbeit fair und freundlich war. Alles in allem fand ich dieses asynchrone Tool aber nicht sehr schön, um lebhaft zu diskutieren.

Connect

Ganz anders sieht es bei Connect aus: Connect hat den großen Vorteil, sein Gegenüber zu hören und sehen.  Und mithilfe unserer Tutorin hatten wir am Anfang ein paar Connectregeln festgelegt, sodass alle Treffen bisher sehr angenehm, produktiv und freundlich verliefen. Alles in allem eine sehr angenehme Art der Kommunikation.

Wenn da nicht diese lästige Technik wäre. Bisher hatten wir in fast jedem Connecttreffen Probleme mit der Tonqualität: Echos oder Teilnehmer, die nichts hören oder nicht gehört werden konnten, gehörten immer dazu. Lobend muss ich dabei erwähnen, dass alle Teilnehmer stets bemüht waren, diese Probleme gemeinsam zu meistern - manchmal auch mit Erfolg :).
Allerdings hätte ich nicht gedacht, wie komplex die Rolle des Moderators ist.
Zunächst einmal musste ich mich erst daran gewöhnen, dass meine Zuhörer mir nicht zustimmten oder gegenredeten, während ich redete (logisch, Ihre Mikros waren ja auch - wie besprochen - aus). Aber hierdurch wurde mir erst einmal bewusst, wieviel Kommunikation “im Hintergrund” bei einer F2F-Kommunikation stattfindet, sei es durch nicken oder andere Möglichkeiten der Zustimmung/Ablehnung. Anfangs verunsicherte mich das, wohl wissend, dass dies nichts mit der Qualität meiner Aussagen zu tun hat.
Eine 2. Hürde ist auch immer dann zu nehmen, wenn es um Entscheidungen oder Abstimmungen geht. Aus der F2F-Kommunikation ist man es gewöhnt, offene Fragen zu stellen. Diese sind bei Connect auch dazu geeignet, eine Diskussion anzuregen. Bei Entscheidungen sind sie aber völlig kontraproduktiv, da dies eher dazu führt, dass diskutiert wird, als dass eine Entscheidung herbeigeführt wird. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich festgestellt habe, dass ich die Fragen anders formulieren muss, damit eine schnelle Entscheidung gefällt wird (aber besser spät als nie ;-)).

Aber: Ich möchte es nicht missen, alle Beteiltigen am Anfang des Studiums einmal persönlich kennengelernt zu haben. Dies ist in meinen Augen ein wichtiger Bestandteil, wenn nicht sogar eine Voraussetzung, um das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit zu erzeugen. Denn kein Cyber-Getränk kann ein reales Getränk ersetzen :-).

*LoL* - *g* - *TGIF*

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email (Foto: Rainer Sturm, www.pixelio.de)

Kuriose Abkürzungen, die sicher nicht jedem bekannt sind - mir bis vor einiger Zeit auch nicht. Dahinter verbergen sich Möglichkeiten, einen emotionslosen Chat in einen etwas persönlicheren Rahmen zu passen. “Laughing out loud”, “Grins” und “Thank God it’s Friday”, das steckt dahinter.Dieser Beitrag enthält meine persönlichen Erfahrung mit  Online-Kommunikation im Vergleich zur F2F- (Face-to-Face)Kommunikation.

Einen Großteil meines Berufsalltags verbringe ich damit, E-Mails zu verfassen und zu lesen.  Dabei habe ich lernen müssen, dass dieses Tool Fluch und Segen zugleich sein kann. Zum einen habe ich mich in die Kunst des E-Mail-Verfassens erst einmal einlernen müssen, zum anderen wünschte ich mir aber manchmal, dass auch diejenigen, die mir E-Mails schicken, sich etwas mehr Mühe geben würden zu reflektieren, wie das Geschriebene beim Adressaten ankommt.

So erhalte ich immer wieder E-Mails, die mich im ersten Moment schlucken lassen, ein Griff zum Telefon zeigt dann aber häufig, dass der Versender nur kein Talent hatte, Emotionen durch Sprache ausdrücken. Dies sehe ich als eines der Hauptprobleme in der E-Mail-Konversation: der Grad zwischen neutraler Aussage und Anklage ist häufig sehr schmal.Allerdings ermöglicht mir die E-Mail-Konversation zeitlich und räumlich unabhängig zu kommunizieren. Ganz gleich, ob ich in Wien am Flughafen, in Marburg in meinem Arbeitszimmer oder in Stuttgart im Büro bin. Überall habe ich die Möglichkeit Kontakt aufzunehmen oder schnell Informationen abzurufen.

Alle anderen Tools verwende ich eher in meiner Freizeit: Chat oder Video-Telefonie sind eine großartige Möglichkeit, Kontakte zu Bekannten und Verwandten in aller Welt aufrechtzuerhalten. Hierbei wähle ich je nach Stimmung eine der beiden Möglichkeiten. Und die Video-Telefonie hat sogar noch den Vorteil, dass ich mein gegenüber sehen kann. Hierdurch muss ich nicht auf nonverbale Schlüssel wie Mimik oder Gestik verzichten. Es ist fast so, als würde man eine F2F-Kommunikation führen. Hier bin ich zwar zeitlich nicht unabhängig, aber zum Teil immer noch räumlich. Solange ein Internetzugang vorhanden ist, habe ich keinerlei Einschränkungen. Dies sehe ich als großen Vorteil zur klassischen F2F-Kommunikation.

Eine Gefahr sehe ich allerdings dann, wenn Online-Kommunikation F2F-Kommunikation vollkommen ersetzt. Denn es ist ja nicht nur die reine Sprache oder Mimik und Gestik, die Kommunikation beeinflusst, sondern auch die anderen Sinne spielen eine Rolle: Bei einem schönen Essen und einem kühlen Getränk lassen sich viele Probleme leichter lösen als per E-Mails, Chat oder Video-Telefonie.

Mein Fazit: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Aber wir haben die Wahl und können uns immer die Kommunikationsmöglichkeit aussuchen, die uns am sinnvollsten erscheint.

Passt die Wollmilchsau in die Kompetenzwanne?

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(Foto: R. R. U. Eichler; www.pixelio.de)

In diesem Beitrag geht es darum, ob die von mir charakterisierte “perfekte” Lehrperson, die Kompetenzen nach DÖHRINGs Kompetenzwanne widerspiegelt. Laut DÖHRING zählen hierzu:

  • Persönlichkeitskompetenzen
  • Soziale Kompetenzen
  • Organisatorische Kompetenzen
  • Didaktische Kompetenzen
  • Fachliche Kompetenzen

Meiner Meinung nach spiegelt die von mir beschriebene ideale Lehrperson alle Kompetenzen wider: Humor und Einfühlsamkeit gehören zu den persönlichen Kompetenzen, die Lernenden da abzuholen, wo sie stehen und auf sie einzugehen zu den sozialen. Organisatorische Kompetenz habe ich als solche nicht explizit erwähnt, aber ein abwechlungsreicher, gut strukturierte Unterricht findet sich hier schon wieder. Dies geht meiner Meinung nach fließend in die didaktischen Kompetenzen über. Die fachliche Kompetenz befähigt die Lehrperson, Inhalte auszuwählen, flexibel im Unterricht zu agieren und letztlich den Stoff in eigenen Worten zu vermitteln.

Kurzum: Die Wollmilchsau passt in die Wanne.

Die eierlegende Wollmilchsau der Lehre

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wollmilchsau

(Grafik: Pixelrausch)

Heute dreht es sich darum, wie in meinen Augen die “perfekte” Lehrperson aussieht. Für diese Aufgabe habe ich mich mental in meine Studienzeit zurückversetzt und mich an gute wie schlechte Vorlesungen erinnert (ganz schön antiquiertes Wort wie ich nun - da ich seit 2 Monaten Educational Media studiere - weiß). Hier also meine Idealvorstellungen:

1. Die Lehrperson sollte die Lernenden da abholen, wo sie stehen, sich sozusagen auf das Level der Lernenden “herablassen”. Denn nichts ist schlimmer als ein Lehrer, der mit all seinem Fachwissen prahlt, aber nicht merkt, dass ihm keiner seiner Lernenden mehr folgen kann. Ich denke man könnte in diesem Fall sogar auch von “Arroganz” sprechen. Dazu gehört auch das Feingefühl zu erkennen, wann das Wissenslimit der Zielgruppe sprich der Lernenden erreicht ist.

2. Nichts ist erfrischender als eine Lehrperson, die mit Ihrem Humor immer wieder für Abwechlung sorgt und kleine Anekdoten aus dem Leben in die Stunde einfließen lässt. Denn gerade diese Anekdoten bleiben im Gedächtnis und führen dazu, dass Wissen verarbeitet wird und wieder abrufbar ist.

3. Fachlich sollte eine Lehrperson so kompetent sein, dass sie

  • in der Lage ist, den Lehrinhalt in eigenen Worten vermitteln zu können (um ein Buch vorgelesen zu bekommen, muss ich keine Lehrveranstaltung besuchen).
  • auf die Dynamik der Lernenden eingehen kann.
  • das Wissen von der Theorie in die Praxis umsetzen kann, damit das Gefühl des “Jetzt weiß ich, warum ich das lernen muss” eintritt.
  • Wissensbereiche herunter reduzieren und strukturieren kann, damit die Fülle des Stoffs überschaubar und lernbar wird.

4. Zu guter Letzt - obwohl in meinen Augen einer der wichtigsten Punkte - sollte die Lehrperson Interesse und Freude an der Lehre ausstrahlen. Denn eine Lehrperson, die mit jedem Unterricht das Gefühl vermittelt “Störenfried Student. Er hält mich von meiner hoch anerkannten Forschung ab.” kann kaum Begeisterung für einen Lehrinhalt vermitteln. Allerdings sind dies häufig auch die Lehrenden, die Punkt 1 entsprechen.

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