Auch schon erlebt? Nichts ahnend geht man zu einer Vereinssitzung (ein paar Leute sollten ja schon da sein) und schwupp - geht man als Kassenwart nach Hause? Also ich persönlich habe das schon zigmal erlebt und es meist am Ende bereut. Warum? Weil Vereine häufig eine sehr spezielle Eigendynamik besitzen.
Das geht schon los, dass es meist einen Vorstand, einen 2. Vorstand, am besten noch einen 3. Vorstand gibt. Ja und dann noch den Schriftführer und den Kassenwart. Dabei braucht es gerade mal 7 Mitglieder, um einen Verein zu gründen (2 Mitglieder dürfen also ohne Posten nach Hause gehen). Ja und trotz der wenigen Mitglieder besteht ein Großteil der Vereinssitzungen aus schier endlosen, kräftezehrenden Diskussionen über Satzungsformulierungen oder die Anschaffung einer neuen Turnmatte. Und natürlich braucht jeder Verein heutzutage eine Homepage (damit es nicht bei den 7 Mitgliedern bleibt). Die wird dann natürlich vom Kassenwart erstellt, weil der bereits Erfahrungen im Webdesign hat und für einen professionellen Anbieter häufig das Budget fehlt.
Ähnlich erging es auch einem Verein in unserem Fallbeispiel, das wir zum Studienbrief “Projektmanagement von neuen Medien” unter die Lupe nehmen durften. Auch hier wurde eine Homepage geplant, die innerhalb von 6 Monaten von verschiedenen Vereinsmitglieder geplant, konzipiert und realisiert werden sollte. Leider ging hier einiges schief, sodass es nun Inhalt dieses Eintrags sein soll, Empfehlungen auszusprechen, um Konflikte innerhalb des Vereins in Zukunft zu vermeiden. Hier nun also meine Empfehlungen:
- Rollentrennung
Es sollte eine klare Trennung zwischen den einzelnen Verantwortlichkeiten erfolgen. Jeder Beteiligte sollte hierzu klare Aufträge bekommen, die er im Rahmen des Projekts zu erfüllen hat. Denkbar wäre eine Aufteilung in Verantwortliche für den Inhalt bzw. für die Umsetzung. Gleichzeitig sollte in jedem Fall ein Projektmanager eingeplant sein, der als Vermittler (Planung von Sitzungen und Gesprächen, Schlichten bei Konflikten) und gleichzeitig als “Controller” (in time, in budget, in quality) agieren kann. - Realistische Zeitplanung
Alle Meilensteine sollten einer realistischen Zeitplanung unterworfen werden. Optimalerweise sollten zusätzlich Pufferzeiten eingeplant werden, um den Ablauf des Projekts nicht zu gefährden. - Einhaltung der Projektphasen
Keine Projektphase sollte vor Beendigung einer anderen beginnen, um zu vermeiden, dass das Projekt “in quality”,” in time” oder “in budget” aus dem Ruder läuft.
PS: Wer übrigens wissen will, was genau “Vereinsmeierei” ist, der kann hier mal nachlesen.
Serious Games - klingt erstmal paradox, da Spiele doch in erster Linie Spaß machen sollen. Wir werden allerdings sehen, dass Spiele durchaus einen “ernsten” Charakter haben und trotzdem Spaß machen können.
In der ersten Mission geht es darum, die zu versorgende Bevölkerung abzuschätzen. Hierzu wird mithilfe der Maus ein Helikopter navigiert, der aus der Vogelperspektive fiktive Menschen durch einen Suchscheinwerfer einfangen und dadurch zählen soll. Hierbei werden in meinen Augen die Reaktionsfähigkeit und die Hand-Augen-Koordination geschult. Gleichzeitig erfährt der Spielende, dass das Zählen der Bevölkerung ein erster Schritt ist.
In der zweiten Mission soll der Spielende eine sinnvolle Nahrungsmittelration zusammenstellen, indem er die Menge verschiedener Zutaten (Reis, Zucker, Bohnen, Öl, Salz) sinnvoll kombiniert. Hierbei erfährt man gleichzeitig, welchen ernährungsphysiologischen Nutzen die verschiedenen Komponenten haben und muss zudem die Kosten für die Ration im Auge behalten. Lerninhalte werden hier didaktisch sinnvoll in eine Spielsituation eingebettet.
Mission 3 enspricht dann wieder dem spielerischen Element, bei dem weniger das Wissen im Vordergrund steht. Die Essensrationen müssen über dem Katastrofengebiet abgeworfen werden. Hierzu muss der Spieler mit möglichst kurzer Reaktionszeit die Vorräte laden und sie dann - unter Berücksichtigung der Windgeschwindigkeit - aus dem Flugzeug abwerfen. Auch hier stehen die Reaktionsfähigkeit und die Hand-Augen-Koordination im Vordergrund. Sehr schön ist hierbei das sofortige Feedback, wodurch der Spieler erfährt, ob er alles richtig gemacht hat.
Anschließend (Mission 5) werden die Nahrungsvorräte im Land per LKW verteilt. Hierbei erfährt der Spieler zunächst, unter welchen Voraussetzungen eine solche Verteilung erst möglich wird (Waffenstillstand). Der Konvoi wird dazu durch die Landschaft per Maus navigiert und gerät immer wieder in Situationen, die spontan gemeistert werden müssen: sei es eine zerstörte Brücke, die wie ein Puzzle wieder zusammengebaut werden muss, oder die Begegnung mit Rebellen, bei denen man per Multiple-Choice angemessene Antworten auf die Fragen der Rebellen auswählen muss. Hier wird der Spieler geschult, möglichst neutrale Antworten zu geben.
In der letzten Mission geht es um die Nachhaltigkeit der Hilfe. Es sollen sinnvoll Hilfsgüter verteilt werden, um ein Dorf wieder aufzubauen, damit es sich nach einiger Zeit wieder selbst versorgen kann. Der Spielende lernt hier - mithilfe von Kommentaren während der Mission - in welche Projekte (u.a. Schulen, Weiterbildung, HIV-Prävention etc.) er sinnvoll investiert und welche Konsequenzen es hat. Dazu verteilt er per Drag-and-Drop Hilfsgüter an die verschiedenen Projekte. Motiviert wird der Spieler dadurch, dass das Dorf nach und nach aufgebaut wird und er zudem eine Information über den Zufriedenheitsgrad der Bevölkerung erhält.
(Foto: Rainer Sturm, www.pixelio.de)
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